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Angera

Angera: Eine Burg über dem Lago Maggiore

Am südöstlichen Ufer, wo der Lago Maggiore mit nur zwei Kilometern Breite am schmalsten ist, liegt das ca. 6.000 Einwohner große Städtchen Angera. Bereits die alten Römer schätzten die Lage an einem kleinen und geschützten Golf und errichteten hier die befestigte Hafenanlage Vicus Sebuinus, wovon zahlreiche archäologische Fundstücke im Museum im Palazzo Pretoria zeugen. Zu späteren Zeiten, als erst die Langobarden und dann die fränkischen Kaiser über weite Teile des heutigen Italien herrschten, galt der Ort ebenfalls als strategisch günstig, und noch später fiel Angera dann in den Zuständigkeitsbereich der Bischöfe von Mailand.

Die hübsche Promenade am Ufer ist heute von gewaltigen Rosskastanien bewachsen, hier lässt es sich herrlich am See entlang promenieren, und auch an heißen Tagen ist es im Schatten der alten Bäume gut auszuhalten. Direkt an der Promenade befindet sich die Madonna di Riva, erbaut im Stil des frühen Barock, und in der Altstadt ist ein Besuch der aus dem 13. Jahrhundert stammenden Pfarrkirche San Alessandro empfehlenswert. Doch ganz eindeutig beherrscht die Burg Rocca d'Angera die Szenerie über der Stadt, sie wurde in vielen Bauphasen errichtet, erweitert, umgebaut und restauriert. Erstmals im Jahr 1066 erwähnt, wurde sie Ende des 13. Jahrhunderts von der Familie Visconti gekauft und zu Beginn und in der Mitte des folgenden Säkulums umgebaut und erweitert, bis schließlich 1449 die Familie Borromeo die gesamte Anlage erstand und bezog.

Im Inneren der gewaltigen Anlage existieren einige Sehenswürdigkeiten, die den Besuch der Burg praktisch zur Pflicht machen, wenn man nach Angera kommt und wenigstens ein paar Stunden Zeit mitgebracht hat. So ist mit dem Museo della Bambola im Visconti-Flügel eins der wichtigsten Puppenmuseen Europas untergebracht in dem Puppen aus dem 18., dem 19. und dem 20. Jahrhundert zu sehen sind. Im direkt darüber liegenden Sala della Giustizia, dem Gerichtssaal, ist ein original Bodenfresko aus dem Mittelalter zu bestaunen, während der Saal von vielen Bildern geschmückt wird, die von den bedeutendsten regionalen Malern des 14. Jahrhunderts gefertigt wurden.

Wer halbwegs schwindelfrei ist, sollte unbedingt den Aufstieg im 30 m hohen Castellana-Turm wagen – von dort oben entbietet sich ein einzigartiger Ausblick über diesen Abschnitt des Lago Maggiore und die Burganlage. So kann man etwa bis hinüber zum Sacro Monte sehen, der direkt oberhalb von Varese liegt. Auch die gut erhaltene Ringmauer mit ihren Zinnen kann man von hier ideal und in Gänze sehen. In einer der weit oben gelegenen Etagen des Turms gibt es einen Kamin aus der Renaissance zu sehen, der aus edlem Moltrasio besteht.

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