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Cannero Riviera

Cannero Riviera: Charmant und ruhig mit Blick nach Süden

Auf halbem Weg zwischen Verbania und der Schweizer Grenze liegt am westlichen Ufer des Lago Maggiore das nur etwa tausend Einwohner zählende Örtchen Cannero Riviera. Der Beiname Riviera klingt bereits nach Sonne, Süden, Mittelmeer, und wie wir erfahren werden, steckt dahinter ein wahrer Kern – auch wenn Cannero natürlich mit dem Mittelmeer nichts zu tun hat. Von der Tatsache, dass das Klima hier schon sehr mediterran ist, einmal abgesehen.

Doch Süden und Sonne sind genau die Stichworte, die zur Beschreibung der Charakteristik von Cannero Riviera gehören. Denn der ganze Ort liegt dem eigentlichen Ufer des Lago etwas vorgelagert auf einem von Sedimenten des Flusses Rio di Cannero aufgeschwemmten Hügel, die Ausrichtung geht genau nach Süden. In einer Umgebung, die ansonsten nur Steilufer kennt, ist diese Einbettung in den See eher ungewöhnlich, doch sorgt diese Ausrichtung dafür, dass in Cannero Riviera das Klima noch einmal ein wenig milder ist, als in den umliegenden Gemeinden. In den Gärten des herrlichen Örtchens gedeihen neben Zedern, Bougainvileen und Oliven Südfrüchte wie Orangen, Zitronen – und sogar auch Bananen. Oberhalb von Cannero bedecken Kastanienwälder das steile Ufer, und in den alten Bergdörfern von Trarego, Cheglio und Viggiona lebt der Geist früherer Jahrhunderte bis heute fort. Auf sattgrünen Almen steigen Ausflügler zum Gipfel des 1.116 m hohen Monte Carza, von wo aus sich ein einzigartiger Blick auf den Lago Maggiore bietet.

Im Ortskern bestimmt die wunderschöne Uferpromenade das Gesicht von Cannero Riviera. Nett herausgeputzt und von kleinen Bars und Restaurants gesäumt, lädt sie wie die mit Laubengängen und verwinkelten Gassen durchsetzte Altstadt zu ausgiebigen Spaziergängen ein. Etwa einen Kilometer östlich des Städtchens befinden sich drei winzige, vorgelagerte Inseln, die die Geschichte von Cannero entscheidend mitbestimmt haben, und zwar bereits im späten Mittelalter, als ein ghibellinischer Zweig der Mazzarditi-Sippe von hier aus sein Piratenunwesen trieb und in der gesamten Region Beutezüge unternahm.

Erst 1414 gelang es Filippo Visconti, einem Angehörigen der berühmten Mailänder Familie, die Schreckensherrschaft der Ghibellinen zu beenden. Er ließ die Burg abreißen, die die Mazzarditi auf der größten der Inseln errichtet hatte, erst im 16. Jahrhundert wurde die Insel von Lodovico Borromeo wieder mit einer Burg bebaut. Diesmal war ihr Zweck, ein Fort gegen die immer wieder von Norden her einfallenden Schweizer zu sein.

Heute ist Cannero Riviera ein ruhiger und beschaulicher Ort mit viel Stille; die Umgehungsstraße verläuft außerhalb des Dorfs. Ein netter Strand lädt zum Verweilen ein – und nur einmal im Jahr gibt es etwas Trubel, wenn Blumenliebhaber von überall her zur internationalen Kamelienschau anreisen. Ein charmantes Städtchen mit großem Erholungspotenzial.

Mehr Infos zu Cannero Riviera auch auf Reiseblog.net

 

 

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