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Cannobio

Cannobio: Wohlstandsort und Wallfahrtsziel

Wer in das im Nordwesten des Lago Maggiore gelegene Städtchen Cannobio kommt, dürfte ziemlich bald feststellen, dass der Ort gewiss nicht unter Armut leidet. Im Gegenteil, Cannobio ist einer der reichsten Orte am See, allerdings ist es keinesfalls so, dass der Wohlstand prahlerisch gezeigt wird. Es ist dennoch nicht zu übersehen – zu sauber ist die Stadt, zu gepflegt die schmalen Gassen und Bogengänge im Zentrum. Das Rathaus, erbaut im frühgotischen Stil des ausgehenden 13. Jahrhunderts, und der schmucke Kirchturm von San Vittore sind ebenfalls stille Zeugen davon, dass Cannobio schon im Hochmittelalter einen wahren Boom erlebt haben muss. Und so war es auch, als günstig gelegenes Handelszentrum florierte der Ort schon recht früh.

Heute zählt Cannobio etwas mehr als 5.000 Einwohner, und die modernen Väter der Stadt haben es verstanden, das vorhandene Geld sinnvoll einzusetzen – sie haben ihren Ort zu einem kleinen Edelstein gemacht. Die Umgehungsstraße passiert den Ortskern weiträumig, was wiederum Raum ergibt für eine breite Promenade am Ufer mit ihren gut renovierten und restaurierten Handelshäusern der Patrizier. Die Promenade ist in der warmen Jahreszeit eine äußerst einladende Flaniermeile, geschmückt mit zahlreichen Blumen und gesäumt von vielen netten kleinen Bars und Cafés.

Am Ende der Promenade befindet sich ein bedeutendes religiöses Gebäude, die Wallfahrtskirche Santa Pietà, fertiggestellt während der Renaissance im 17. Jahrhundert. Doch nicht das Gebäude selbst lockt die Wallfahrer, sondern ein Kunstwerk in ihren Inneren. Unter einem Gemälde von Gaudenzio Ferrari, das Jesus mit dem Kreuz auf der Via Dolorosa zeigt, dem „Gang nach Golgatha“, und vermutlich aus dem frühen 16. Jahrhundert stammt, befindet sich nämlich eine kleine Statue, eine Pietà, bei der Maria den Leichnam ihres Sohnes hält. 1522 soll die Pietà Tränen aus Blut geweint haben, was sie seit damals zu einer für Wallfahrer äußerst interessanten Reliquie macht.

Weitläufige Kiesstrände mit klarem Wasser prägen die Umgebung von Cannobio, Wassersport und Radtouren sind hier ebenso möglich wie ausgedehnte Wanderungen in den Bergen oder am Seeufer. Sehr interessant für Touristen ist der Besuch auf dem sonntäglichen Markt auf der Uferpromenade, wenn die Marktleute das Wesen des Handelszentrums, das Cannobio immer war, zu neuem Leben erwecken. Auch der kleinere Markt, der donnerstags stattfindet, verleiht dem Ort für einige Stunden mittelalterliches Flair.

Die einzigartige Atmosphäre der Gegend wussten schon die alten Römer zu schätzen, die hier die Siedlung Canobium gründeten. Schon in der Antike und später im Mittelalter war der Ort ein geschätztes Ziel für reiche Römer und später Mailänder Familien, die hier regelmäßig ihre Sommerfrische verbrachten. Nichts, aber auch gar nichts spricht dagegen, es ihnen heute gleichzutun. In Cannobio fühlt sich jeder wohl.

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