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Ghiffa

Ghiffa: Schöner, reicher Wallfahrtsort

Nur einen Katzensprung nordöstlich von Verbania und Pallanza-Intra liegt das deutlich kleinere Ghiffa, ein traumhaftes 2.500-Seelen-Dorf, das früher durch einen nicht gewöhnlichen Industriezweig zu Ruhm und Reichtum gekommen ist. Ghiffa nämlich war im 19. Jahrhundert in aller Welt bekannt als das Zentrum der Herstellung von Filzhüten – und ist es im Prinzip bis heute geblieben. Wer sich Hutmacher von Ghiffa nannte und nennt, dem standen und stehen einige Türen offen. Der Hut, Borsalino mit Namen, wurde in die ganze Welt exportiert. Natürlich sind heutzutage nicht mehr viele Hutmachereien übrig geblieben, die Produktion wurde im Laufe der Zeit immer maschineller, dafür können Besucher heute in der früheren Fabrik Panizza, im Museo del Capello, die interessante Geschichte der Hutmacherkunst studieren.

Doch ist Ghiffa auch für Gläubige ein wichtiger Ort. Jahr für Jahr zieht es viele Pilger zur Wallfahrtskirche der Heiligen Dreifaltigkeit, die sich etwas oberhalb des Zentrums auf dem Sacro Monte della SS. Trinità di Ghiffa befindet und seit dem Jahr 2003 den Status eines UNESCO-Weltkulturerbes innehat. Zu dem Wallfahrtsort gehören u.a. drei große Kapellen und ein Kreuzweg aus dem 17. Jahrhundert, und vom Sacro Monte aus bietet sich dem Besucher ein wunderbares Panorama über einen großen Teil des Lago Maggiore. Ganz in der Nähe beginnt dann bereits das etwa 200 Hektar große Naturschutzgebiet Riserva Naturale Speziale di SS, Trinità di Ghiffa.

Das Gebiet ist hauptsächlich von Wald bestimmt und bietet einigen selteneren Tier- und Pflanzengattungen der Region ungestörten Lebensraum. Das Reservat ist zwar von einigen Wanderwegen durchzogen und in einem Restaurant können Spaziergänger ihre Reserven auffüllen, doch ansonsten ist das Naturschutzgebiet ein ruhiger Ort. Das Antlitz von Ghiffa selbst ist geprägt von vielen prachtvollen Wohnhäusern und prächtigen Villen. Besonders sehenswert ist dabei die Villa des russischen Fürsten Pietro Troubetzkoy, der im 19. Jahrhundert hier residierte. Der Garten dieser Villa ist inzwischen ein botanisches Panoptikum geworden, das seinesgleichen sucht, gedeihen hier schließlich so exotische Gewächse wie die Kalifornische Scheinzypresse, die sehr seltene Blaue Palme, Ginkos, Atlas- und Weihrauchzedern, der Fächerahorn, wunderschöne Kamelien und die Japanische Mispel.

Wer neben dem Wandern auch Wassersport schätzt, ist in Ghiffa gut aufgehoben. Dazu liegen in der näheren Umgebung fünf Golfanlagen, in Ghiffa selbst befindet sich ein Tenniszentrum. Der Kern des Dorfs bildet die gut erhaltene und pittoreske Altstadt in unmittelbarer Nähe zum Ufer, wo das Rathaus, ein schönes Bauwerk, zu besichtigen ist. Wer ein wenig Zeit hat, die nähere Umgebung zu erkunden, sollte sich in den Hügeln oberhalb von Ghiffa die hübschen Bergdörfer Deccio und Frino ansehen. Und überall stößt man in der Gegend auf tolle Villen, die zum Ausdruck bringen, wie sehr der Borsalino dem Ort Geld gebracht hat.

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